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In der Altmark ist jetzt ein fettiger Bockwurstkrieg entbrannt. Hintergrund: Thomas Rosenhöfer (Stendaler SK) und Bodo Potratz streiten um das Urheberrecht der Bezeichnung "Bockwurstturnier". mehr>>


Höllenschach: Häftlinge
schöpften Kraft beim königlichen Spiel
Bei einem Ausflug in die Gedenkstätte Buchenwald bei Weimar entdeckte ich in der ständigen Ausstellung diese beiden Schachspiele, die ehemalige Häftlinge des KZ gebastelt hatten. mehr>>






8. Stendaler Open:
 Schumacher ohne Null


Open
Mit Ventzislav Inkiov aus Bulgarien sah das 8. Stendaler Schach-Open, das vom vergangenen Donnerstag bis Sonntag in der Aula des Winckelmann-Gymnasiums stattfand, einen verdienten Sieger. Zwar waren neben dem Großmeister noch der Internationale Meister Sergey Kasparow und die Großmeisterin Tatjana Melamed am Start - Inkiov aber profitierte letztlich von den Ausrutschern, die sich die beiden Konkurrenten leisteten. So kam Kasparow beispielsweise in der dritten Runde nicht über ein Remis gegen Dirk Michael von den Schachfreunden Hettstedt hinaus und musste sich in der Schlussrunde gegen Melamed trotz Mehrbauern mit einem Unentschieden begnügen. Auch gegen den späteren Sieger lief für den Weißrussen nichts in Richtung Partiegewinn, so dass auch hier eine Punkteteilung die Folge war. Für Inkiov dagegen war dies das einzige Zugeständnis an die Gegnerschaft, die anderen Partien gewann er recht souverän, wobei er in der fünften Runde gegen Tatjana Melamed bezwang. Mit den drei Titelträgern sah das Stendaler Open schließlich auch die drei haushohen Favoriten an der Tabellenspitze.
Aus altmärkischer Sicht überzeugte vor allem der Wahrburger Gerd Wiesemann, der nach einer verkorksten Punktspielsaison fast wieder zu alter Stärke zurückfand. Mit fünf Zählern sah er sich am Ende auf Rang acht beheimatet, wurde, wie in den vergangenen Jahren zuvor schon mehrfach, erneut bester altmärkischer Starter. Lediglich gegen Tatjana Melamed und gegen Andreas Zech (Eintracht Tangerhütte) - wobei er gegen Letzteren eine leicht vorteilhafte Stellung verdarb, musste dich der Wahrburger geschlagen geben. Ein starkes Turnier spielte auch Zech, wenngleich er am Sonnabend gegen Dirk Michael und Otfried Zerfass aus Schönebeck lediglich einen halben Zähler erkämpfte.
Bester Starter aus dem Altmarkkreis Salzwedel war Karl-Heinz Jacobi vom SC der Jeetzestadt. Vor der letzten Runde hatte der Routinier noch gute Chancen, den Seniorenpreis einzustreichen, doch der Brocken in der letzten Runde erwies sich doch als eine Nummer zu groß: Ventzislv Inkiov hatte wenig Mühe, gegen Jacobi einen vollen Punkt einzufahren.
Maik Schumacher vom SV Gardelegen wurde 15., zwar punktgleich mit Jacobi, aber mit der schlechteren Wertung. Dafür aber schaffte Schumacher, was neben ihm nur Inkiov, Kasparow und Michael gelang - nämlich unbesiegt zu bleiben (bei zwei Siegen und fünf Unentschieden). Enttäuscht hat dagegen Steffen Kottke vom TuS Wahrburg, der mit mageren 3,5 Zählern nur als 28. das Ziel passierte. Insgesamt nahmen 61 Spielerinnen und Spieler an der achten Auflage des Turniers teil - rund 20 weniger als im vergangenen Jahr. Im kommenden Jahr feiert Stendal übrigens 100-jähriges Schachjubiläum: Am 9. November 1905 gründete sich in der Rolandstadt die Stendaler Schachgesellschaft. Anvisiert ist, das 9. Schach-Open im altehrwürdigen Rathausfestsaal der Rolandstadt zu veranstalten.
Offene Altmarkmeisterschaften
Startete das Hauptturnier der Stendaler Schachtage am Herrentag um 14 Uhr, standen sich bereits ab 9 Uhr die jüngsten "Großmeister von morgen" gegenüber. Ausgespielt wurden in sechs Runden die offenen Altmarkmeisterschaften im Schnellschach, zu denen sich 31 Mädchen und Jungen aus Sachsen-Anhalt, Thüringen, Brandenburg und Niedersachsen angesagt hatten.
In der Altersklasse U 8 gewann der sechsjährige Stephan Hansch (Grundschule Stendal Nord) die Konkurrenz, verwies Maximilian Behtge vom SV Gardelegen und Elina Lagunov (SV Berlin) auf die Plätze. In der Altersklasse U 10 hatte Michael Soisson, ebenfalls von der Grundschule Nord, die Nase vorn. Die beiden Gardelegener Vincent Nahr und Viet Le Duc folgten auf den Rängen.
Einen nahezu sensationellen Erfolg verbuchte Karsten Hansch für sich. In der Altersklasse U 12 startend, gewann er diese Konkurrenz knapp, aber verdient. Die anderen Starter machten zwar lange Gesichter, gegen einen Sechsjährigen spielen zu müssen, mussten aber das Können des Uenglingers mehrmals anerkennen. Am Ende hatte Karsten vier Punkte aus sechs Partien auf seinem Konto, und ging vor Benjamin Lieberwirth (USC Magdeburg) sowie Nghia Tran Tron (SV Gardelegen) durchs Ziel.
In der Altersklasse U 14 darf sich Matthias Strauß vom SV Gardelegen Altmarkmeister nennen. Zwar wurde er nur Dritter der Konkurrenz, die beiden vor ihm Platzierten kamen aber aus Berlin und Magdeburg.
Meister in der U 16 wurde Alexander Strehlow von Energie Stendal, vor seinem Klubkameraden Tobias Hampe.
Simultanvorstellung
Sergey Kasparow stallte sich am vergangenen Freitag der Konkurrenz beim Simultanspiel. Der Weißrusse trat gegen elf Spielerinnen und Spieler an, gewann sechsmal, remisierte in vier Partien und musste sich lediglich gegen Torsten Hansch geschlagen geben. Der Spieler von Energie Stendal sicherte sich positionelle Vorteile, die er dann in einem Springerendspiel in einen Sieg ummünzte.
Der sechs Jahre alte Stephan Hansch bot seinem Konkurrenten in einer ausgeglichenen Mittelspielstellung ziemlich zeitig remis an, das Kasparow akzeptierte. Ebenso Imre Izinger (TuS Wahrburg), der nach einer ungewöhnlichen Eröffnungsbehandlung etwas besser stand.
Lutz Ahrendt (TuS Wahrburg) rettete sich dank eines starken Freibauern ins Unentschieden. Steffen Kottkes (TuS Wahrburg) Partie verflachte zusehends, so dass nach 35 Zügen der Friedensschluss erfolgte.
Offene Stendaler Blitzmeisterschaften
Zum bereits siebten Mal wurden im Rahmen der Stendaler Schachtage die offenen Stendaler Blitzmeisterschaften ausgetragen. Und zum ersten Mal teilten sich zwei Teilnehmer den ersten Preis (je 25 Prozent des eingenommenen Startgeldes): Ventzislav Inkiov, Großmeister aus Burgarien, und Sergey Kasparow, Internationaler Meister aus Weißrussland. Beide hatten am Ende je 16,5 Punkte aus 17 Partien auf ihrem Konto und wiesen auch dieselbe Wertung auf. Auf den Plätzen drei und vier folgten Torsten Hansch (Energie Stendal) und der Gifhorner Olzen mit jeweils 13 Zählern. Beide freuten sich über zehn Prozent des Startgeldes, also jeweils neun Euro.

(Quelle: Altmark-Zeitung vom 25. Mai 2004)

Partien
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